Trauer

Trauer

Weil die Zeit allein die Wunden nicht heilt …

Trauer ist keine Krankheit, kann aber krank machen. Trauer ist eine natürliche Reaktion auf jegliche Art von Verlust und jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens damit konfrontiert. Trauer und Tod sind in unserer Gesellschaft immer noch Tabuthemen.

Durch den kreativen Ausdruck der Trauer, können betroffene Menschen ihre Lebendigkeit zurückgewinnen. Durch das bewusste Abschiednehmen kann die Erinnerung an das tote Kind im Herzen lebendig bleiben und geht somit niemals verloren.

Hebammenhilfe für trauende Mütter zu Hause

Wenn ihr Kind gestorben ist, kann die Hebamme in der ambulanten Nachsorge (Wochenbett) ihre erste und sehr wichtige Ansprechpartnerin sein. Die Aufgabe der Hebamme besteht darin, Sie in dieser schweren Zeit zu begleiten, Ihnen zuzuhören, den Wochenbettverlauf zu kontrollieren (Gebärmutterrückbildung, Milcheinschuss,…), Sie in ihrer Trauer zu begleiten.

Hebammenhilfe ist nicht kostenlos, aber eine Leistung der Sozialversicherungsträger. Wenn Sie die Leistungen einer Hebamme mit Kassenvertrag in Anspruch nehmen, werden die Kosten für eine bestimmte Anzahl von Hausbesuchen übernommen. Bei einer Wahlhebamme bekommen Sie einen Teil des zu bezahlenden Betrages rückerstattet. Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Hebamme öfter als vorgesehen zu einem Hausbesuch bitten oder in die Hebammenordination kommen. Allerdings müssen Sie diese Kosten zur Gänze selbst tragen.

Diese Regelung gilt nur bei einem tot geborenen Kind oder beim Tod bald nach der Geburt. Sie können selbstverständlich auch nach einer Fehlgeburt Hebammenhilfe in Anspruch nehmen, allerdings ohne Rückvergütung durch den Sozialhilfeträger.

Wie finden Sie eine Hebamme in Ihrer Umgebung?

Im Krankenhaus liegen Broschüren der freipraktizierenden Hebammen auf. Eine Liste der Kontaktpersonen finden Sie auf der Website www.hebammen.at

Mit Kindern trauern

  • Informieren
  • Bitte informieren Sie ihr Kind altersentsprechend und wahrheitsgemäß über die Umstände, die zum Tode seines Geschwisters geführt haben. Das Dunkle, Verborgene, Nicht-Mitgeteilte macht Angst, ihr ehrlicher Bericht hilft.
  • Gefühle zeigen
  • Zeigen Sie Ihre Gefühle, Ihre Trauer. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es nicht mit ihm zu tun hat, dass es keine Schuld trägt am Tode seines Geschwisters und an Ihrer Traurigkeit. Kleine Kinder glauben oft, weil sie nicht brav waren, ist der Bruder oder die Schwester gestorben. Andere Erklärungsmodelle stehen oft nicht zur Verfügung, also klären Sie auf. 
  • Aufmerksamkeit schenken
  • Schenken Sie auch dem gesunden Kind so gut es geht Aufmerksamkeit, Zuwendung und Anerkennung oder versuchen Sie Personen innerhalb des Verwandten- und Freundeskreises ausfindig zu machen, die sich besonders Ihrem Kind widmen können.

Auch Eifersucht auf das tote Kind kann entstehen, es sollte Sie nicht abschrecken, sondern ein Signal sein.

  • Gemeinsames Erinnern
  • Beziehen Sie Ihr Kind mit ein, lassen Sie gemeinsam mit ihm die Erinnerung an Ihr totes Kind aufleben, machen sie Rituale und geben Sie ihm kleine Aufgaben, z.B. bei der Grabpflege.
  • Das Umfeld informieren
  • Informieren Sie Kindergarten, Schule von der Situation und geben Sie diesen die Chance, Ihrem Kind verständnisvoll zu begegnen.
  • Verhalten
  • Achten Sie auf Hilferufe Ihres Kindes, es kann zu Verhaltensauffälligkeiten kommen, aber auch zu Einnässen, Einkoten, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, gehäuften Infekten …, und nehmen Sie bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch.
  • Individualität beachten
  • Bitte geben Sie nachfolgenden Kindern nicht den Namen des Verstorbenen und bürden Sie ihm nicht die Hoffnungen und Erwartungen auf, die Sie mit dem verstorbenen Kind verknüpft haben.

Trauerrituale

Rituale und symbolische Handlungen kennzeichnen Lebensübergänge und haben heilende Wirkung. Achten Sie auf Ihre Intuition, ob Sie bereit sind, ein Ritual alleine für sich und Ihre Familie zu gestalten oder ob Sie dafür professionelle BegleiterInnen in Anspruch nehmen möchten.

Beispiele für Rituale und symbolische Handlungen
    • Beerdigungsfeier
    • Trauer- und Gedenkfeier
    • Übergangsrituale in der Natur.
    • Gestalten einer Kerze
    • Lieder singen
    • Gedichte schreiben oder lesen
    • Tücher bemalen (z.B. in das Ihr Kind eingewickelt war)
    • Arbeiten mit Ton
    • Gestalten von Gedenkbüchern
    • Tagebuch schreiben, usw.

Im Buch von Michaele Nijs „Trauern hat seine Zeit: Abschiedsrituale beim frühen Tod eines Kindes“ finden Sie mehr darüber

abschiedszeremonien

Die Trauerbegleitung findet im Einzelsetting oder in der Gruppe statt. Ziel ist es lebenshindernde Trauer in lebensfördernde Trauer umzuwandeln.

Das Trauern ist ein Ritual, das die Seele reinigt.
Es besitzt die Energie, die uns von hartnäckigen Regenwolken und offenen Wundenin unserem Leben befreien kann.
Sobonfu E. Somé

trauerbegleiter/innen

MOKI NÖ – Mobile Kinderkrankenpflege für ganz Niederösterreich

Trauerbegleitung, Palliative Care

Begleitung nach einer Fehl- und Todgeburt,  wenn Ihr Kind sehr krank ist und stirbt und auch in der letzten Schwangerschaftszeit, wenn Ihr ungeborenes Baby sterben wird.
Eine Begleitung ist in ganz NÖ möglich.
Infoflyer
www.noe.moki.at

Psychotherapie

Psychotherapeutische Begleitung kann für die Einleitung des Gesamttrauerprozesses (schon im Krankenhaus) hilfreich sein. Sollten sich Monate oder Jahre später körperliche oder seelische Probleme zeigen (z.B. Schlafstörungen, Verlust des Lebenssinns), ist eine Psychotherapie zu empfehlen.

Beim ÖBVP (Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie) können Sie Adressen von Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten in Ihrer Nähe finden.

www.psychotherapie.at

www.psyonline.at

Worlwide Candle Lighting

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember um 19 Uhr (in jeder Zeitzone) zünden weltweit Menschen für ihre verstorbenen Kinder, Geschwister oder Enkelkinder eine Kerze an. So wandert das Kerzenleuchten wie eine Lichterwelle um die ganze Welt und Sie können sich mit allen trauernden Eltern verbinden.

Mit Betroffenen trauern

Was hilfreich ist
    • → Nimm ihren Schmerz, ihre Trauer wahr und zeige deine Anteilnahme. Sei einfach da.
    • → Sag ihnen, dass es dir leid tut, was mit ihrem Kind und ihnen geschehen ist.
      • Wenn du nicht weißt, was du sagen sollst, dann formuliere das auch so.
    • → Biete deine Hilfe im Alltag an: Zuhören, Besorgungen machen, Kinder betreuen, überlege dir, was notwendig sein könnte.
    • → Lass sie über ihr Kind sprechen, so viel und so oft sie wollen.
    • → Mach ihnen Mut zur Trauer, ihre Gefühle auszudrücken und die Dinge zu tun, zu denen ihr Herz sie drängt.
    • → Lass ihnen die Zeit zu trauern, hilf ihnen, mit sich selbst Geduld zu haben und nicht die Schuld bei sich zu suchen. 
    • → Rede mit ihnen über die positive Zeit mit ihrem Kind und die schönen Dinge. Sei einfach da, mit all deinen Sinnen.
    • → Versichere den Eltern, dass sie das Bestmögliche für ihr Kind getan haben und in der Situation immer nach bestem Gewissen entschieden haben.
    • → Halte die Erinnerung an das tote Kind in Ehren und lass ihm seinen Platz in der Familie.
    • → Nenne das Kind beim Namen


Zu den Selbsthilfegruppen