Mit Kindern trauern
Bitte informieren sie ihr Kind über die Umstände, die zum Tode seines Geschwisters geführt haben.- Erklären sie je nach Alter, aber auf jeden Fall wahrheitsgemäß, was zum Tod des Geschwisters geführt hat und versuchen sie im Gespräch das Unausgesprochene zu erfassen und Ängste anzusprechen.
- Verheimlichen sie nichts, gerade Kinder haben seismographisch-atmosphärische Antennen für das, was sie sagen und das, was sie mit ihrer nonverbalen Körperhaltung, Gesicht und Mimik ausdrücken. Das Dunkle, Verborgene, Nicht-Mitgeteilte macht mehr Angst, aber ihr ehrlicher Bericht hilft, sofern das Kind nicht selbst an der Krankheit und dem Sterben seines Geschwisters teilhaben konnte.
- Seien sie klar und genau, wenn sie ihrem Kind mitteilen, daß seine Schwester oder sein Bruder krank war und deshalb gestorben ist, definieren sie die Krankheit und betonen sie, dass es eine schwere Erkrankung war, sodass ihr Kind nicht bei jedem Infekt Angst hat, es könnte auch sterben oder seine nahen Verwandten, Freunde drohen zu sterben.
- Zeigen sie ihre Gefühle, ihre Trauer. Versuchen sie nicht, die Tränen vor ihrem Kind zu verbergen. Sagen sie aber, was sie traurig oder wütend macht. Vermitteln sie ihrem Kind, daß es nicht mit ihm zu tun hat, daß es keine Schuld trägt am Tode seines Geschwisters und an ihrer Traurigkeit. Kleine Kinder glauben oft, weil sie nicht brav waren, ist der Bruder oder die Schwester gestorben. Andere Erklärungsmodelle stehen oft nicht zur Verfügung, also klären sie auf.
- Schenken sie auch dem gesunden Kind Aufmerksamkeit, Zuwendung und Anerkennung. Auch Eifersucht auf das tote Kind kann entstehen, es sollte sie nicht abschrecken, sondern ein Signal sein.
- Beziehen sie ihr Kind in die Grabpflege mit ein, lassen sie gemeinsam mit ihm die Erinnerung an ihr totes Kind aufleben, machen sie Rituale und geben sie ihm kleine Aufgaben.
- Informieren sie Kindergarten, Schule von der Situation und geben sie diesen die Chance, ihrem Kind verständnisvoll zu begegnen.
- Wenn sie selbst im Moment in ihrer Trauer sehr blockiert sind, versuchen sie Personen innerhalb des Verwandten- und Freundeskreises ausfindig zu machen, die sich besonders ihrem Kind widmen können.
- Achten sie auf Hilferufe ihres Kindes, es kann zu Verhaltensauffälligkeiten kommen, aber auch zu Einnässen, Einkoten,Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, gehäuften Infekten, ... Alle Somatisierungstendenzen sollten ernst genommen werden!
- Scheuen sie sich nicht, professionelle Hilfe für sich, aber auch für ihr Kind in Anspruch zu nehmen Kinderarzt, Kinderpsychologe, Beratungsstellen, ...
- Bitte geben sie nachfolgenden Kindern nicht den Namen des Verstorbenen und binden Sie ihm nicht die Hoffnungen und Erwartungen auf, die sie mit dem verstorbenen Kind verknüpft haben!


