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Ein wunderbarer Traum

Geschrieben von Naima Gobara, 2009

Eines Tages lag ich im Bett und sah auf die Decke meines Zimmers. Ich dachte nach. Über meinen verstorbenen Bruder. Wie toll es wäre, wenn es ihn noch geben würde. Nach einer Weile setzte ich mich auf und schaute auf das Bild, das auf meinem Schreibtisch stand.
Es war ein Babyfoto von meinem Bruder. Tränen standen in meinen Augen. Eine nach der anderen kullerten über meine Wange. In dieser Nacht hatte ich einen Traum. Es war kein gewöhnlicher Traum. Es war anders.

Ich hörte eine Stimme sagen: „Komm mit mir!“
„Wohin?“, fragte ich.
„In den Himmel, zu deinem Bruder!“
„Was? Zu meinem Bruder?“
Nach und Nach erkannte ich eine Engelsgestalt. Sie nickte.
Langsam schwebte ich aus meinem Bett in die Richtung des Fensters. Die Engelsgestalt öffnete das Fenster und wir flogen zusammen hinaus in die dunkle Nacht. Er Mond und die Sterne zeigten uns dem Weg. „Gleich sind wir da!“, flüsterte meine Begleitperson. Da sah ich eine große, dicke Wolke. Schwebend bewegten wir uns auf die Wolke zu. Ein einladendes Haus mit vielen Fenstern und einem großen Garten ragte aus der Wolke hervor.
„Da ist es“.
„Was?“ frage ich die Gestalt.
Der Engel zeigte auf das große Haus. Ich verstand nicht ganz was dieses Haus mit meinem verstorbenen Bruder zu tun hatte. Wir machten uns für die Landung bereit.
Als wir auf der Wolke gelandet waren sah ich auf dem Haus eine Anschrift, die lautete: „Angel Hotel“. Lautlos bewegten wir uns auf das Hotel zu. Es war ein wunderschönes Barockhotel. Ein junger Engel saß bei der Rezeption des Hotels. Er begrüßte uns freundlich. Meine Begleitperson bat: „Können wir bitte die Zimmernummer von Julian Gobara haben?“ Der Engel an der Rezeption gab uns die Nummer des Zimmers. Wir gingen die Treppe hinauf bis in den letzten Stock. Viele Engel huschten am Gang herum.
„Julian warte!“, rief der Engel der mich hierher gebracht hatte den Gang hinunter. Ein wunderschöner Engel blieb stehen und drehte sich um. Ich konnte mich vor laute Freude, ihn wiederzusehen nicht mehr zurückhalten und lief zu ihm. Er umarmte mich und sagte mit einer lieblichen Stimme: „Hallo Naima!“ Wir gingen in sein Zimmer und erzählten uns viel. Über Mama, Papa, Simon und noch vieles mehr. Die Zeit verging wie im Fluge. Apropos Flug.Ich musste ja auch wieder nach Hause. Aber zuerst ging ich mit Julian noch eine heiße Schokolade trinken. Danach musste ich wirklich gehen. Ich verabschiedete ich mich von dem Engel an der Rezeption und dem Engel der mich hierher geführt hatte. Julian gab ich einen dicken Kuss und rief ihm zu: „Ich besuche dich bald wieder. Und vielleicht kannst du ja auch die anderen aus der Familie zu dir holen. Tschüß!“Mit diesen Worten hob ich mich in die Lüfte und flog wieder auf die Erde zu.

Plötzlich klingelte mein Wecker. Ich stand sofort auf und lief in das Schlafzimmer meiner Mutter. Ich kuschelte mich zu meiner Mama unter die Decke und erzählte ihr von meinem Traum. Meine Mama hörte mir aufmerksam zu und strich mir mit ihrer Hand über meine Wange. Während ich so dahin erzählte sah ich für einen kurzen Augenblick wie mein Bruder Julian mir zulächelte. Ich war überglücklich. Als ich fertig erzählt hatte sagte meine Mama: „Das war sicher ein wunderschöner Traum.