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Wie Sie mit Trauer umgehen

Trauer ist keine Krankheit, kann aber krank machen. Trauer ist eine natürliche Reaktion auf jegliche Art von Verlust und jeder Mensch ist mit dieser Fähigkeit geboren worden. Trauer und Tod ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema und viele Menschen haben diese Fähigkeit verlernt.

Durch den kreativen Ausdruck der Trauer, durch die Möglichkeit lebenshindernde Trauer in lebensfördernde Trauer umzuwandeln können betroffene Menschen ihre Lebendigkeit zurückgewinnen. Durch das bewusste Abschiednehmen kann die Erinnerung an das tote Kind im Herzen lebendig bleiben und geht somit niemals verloren.

 


 

Weil die Zeit allein die Wunden nicht heilt ...

Wenn ein Kind stirbt, ist es wahrscheinlich der schwerwiegendste Verlust, den Eltern erleben können. Zum unerwarteten Tod eines ungeborenen Kindes kommt auch noch der Verlust der gemeinsamen Zukunft dazu. So kann die Schwangerschaft nicht bis zum Ende gelebt und der erste Schrei des Kindes nicht gehört werden. Diese Mütter können ihr Kind nie stillen. Die Eltern müssen davon Abschied nehmen, ihr Kind aufwachsen zu sehen, erleben zu können, wie es in die Schule und später in die Pubertät kommt, und letztlich erwachsen wird. Das plötzliche Fehlen dieser Lebensaufgabe führt in eine Identitätskrise. Zur aktuellen Trauer über den Verlust kommt noch die Trauer über das verloren gegangene, gemeinsame Leben mit dem Kind dazu.

Mütter, die eine Fehl- oder Totgeburt erleben, werden oft von Schuldgefühlen geplagt, viele haben Angst etwas falsch gemacht zu haben. Z.B. das Kind zu wenig geliebt, noch keine Muttergefühle entwickelt oder etwaige Vorzeichen übersehen zu haben. Manchmal stirbt ein Kind, wenn seine Mutter sich gerade damit angefreundet hat, schwanger zu sein. Vielleicht hat die Mutter mit dem Gedanken gespielt, das Kind überhaupt nicht bekommen zu wollen. Solche Mütter entwickeln häufig das Gefühl, nicht das Recht zu haben, um ihr Kind zu trauern.